Umtriebe im Herforder Moscheeverein zeigen erneut: DITIB kann so nicht mehr weitermachen

Die heimischen Freien Demokraten sind entsetzt über den Vorfall mit den marschierenden, als Soldaten verkleideten und mit Spielzeuggewehren bewaffneten Kindern in den Räumen der Herforder Moscheevereins an der Bielefelder Straße.

Auch wenn das Andenken an eine für die Gründung der türkischen Republik bedeutsame Schlacht legitim sei, dürften dafür Kinder nicht in dieser Weise instrumentalisiert werden. „Wie weit ist die Integration der hier lebenden Menschen türkischer Herkunft gediehen, wenn in dieser Inbrunst an einen militärischen Sieg auf den Dardanellen erinnert wird, die rund zweitausend Kilometer von Herford entfernt liegen und der bereits über einhundert Jahre zurückliegt“, fragt FDP-Stadtverbandsvorsitzender und Ratsherr Günther Klempnauer.

Derartige Umtriebe werfen erneut kein gutes Licht auf die DITIB“, sagt der FDP-Kreisvorsitzende und Herforder Landtagsabgeordnete Stephen Paul. Solche Kriegspropaganda mit ihren martialischen Darstellungen passe zwar in die Linie der Erdogan-Regierung in der Türkei, habe aber auf deutschem Boden nichts verloren. Im Zusammenhang mit dem Waffengang in Syrien und den andauernden Versuchen des türkischen Präsidenten in seinem Sinne Einfluss auf die in Europa lebenden Menschen türkischer Herkunft zu nehmen, habe der Vorfall in den Räumen des Herforder Moscheevereins „einen ganz schalen Beigeschmack“.

Überhaupt müsse sich die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V., kurz DITIB, entscheiden, ob sie in unserem Land eine von der türkischen Regierung abhängige Vereinigung bleiben wolle oder eine anerkannte, unabhängige Religionsgemeinschaft werden wolle. Die Entsendung und Finanzierung der DITIB-Imame aus der Türkei stehe genauso einer gesellschaftlichen Anerkennung im Wege wie die Vermengung religiöser und kultureller Aktivitäten. „Glaube und nationalistische Folklore – beides zusammen geht hier nicht“, stellt Stephen Paul fest, der auch Sprecher für Religion und Kirchen der FDP-Landtagsfraktion ist. „Wenn ich die kleinen Kinder sehe, die in den Räumen des Herforder Moscheevereins in Kampfanzüge gesteckt wurden, kann ich mir nicht vorstellen, dass DITIB Einfluss auf den islamischen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen bekommen darf.“

Die heimischen Freien Demokraten begrüßen die klare Stellungnahme des stellvertretenden Ministerpräsidenten und Ministers für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, Dr. Joachim Stamp, zur Sache. Die FDP in Stadt und Kreis Herford erwartet vom Herforder Moscheeverein, dass der Vorstand den Vorfall in einer öffentlichen Mitgliederversammlung aufklärt und zum Anlass nimmt, im DITIB-Landesverband eine Debatte über das eigene Selbstverständnis anzustoßen.